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Warum ist Links/Grün gegen den Stromer?
#1
Question 
In der BRD soll es die Autoindustrie sein, welche hinterhältige die Micromobilität mit dem schnellen Stromer verhindert.

Bei uns sind es die Links/Grün agierenden Verbände, Parteien und Politiker.

Ausgerechnet jene, welche wir, die mit grossem (finanziellen) Engagement das umweltfreundliche 45er E-Bike nutzen, eigentlich als unsere natürlichen Verbündeten ansehen, sind unsere Gegner. Anfangs wollte ich das auch nicht wahrhaben - aber ich bin seit 2009 mit dem Stromer (und davor mit dem Velo) in einer Stadt unterwegs, in welcher seit langem die erwähnten Gruppen das Sagen haben.

Bevor ich die Anti-Stromer Massnahmen hier näher ausführe ein Blick auf die Pendlerstatistik, welche heute veröffentlicht wurde:

Anzahl Arbeitspendler: 3,7 Mio.

Mittlere Länge des Arbeitswegs (ein Hinweg): 14,0 km
Mittlerer Zeitbedarf für den Arbeitsweg (ein Hinweg): 30,2 Min.

Eingesetzte Verkehrsmittel:

Auto:                                49%
Eisenbahn:                           17%
Öffentlicher Strassenverkehr:        14%
Motorisierte Zweiräder (ohne E-Bike): 2%
E-Bike:                               2%
Velo:                                 7%
Zu Fuss:                              9%


In den 2% E-Bike sind die 45er und die 25er enthalten!

Berufsoptimisten sehen in 2% Marktanteil ein Wachstumspotential. Ab 2020 wurde die E-Bike separat gezählt:

                   2020     2021     2022     2023     2024


Velo   245 989  242 509  248 111  235 278  240 644
Töffli  54 043   52 968   56 105   54 210   55 640
E-Bike  52 531   57 278   69 610   74 103   79 446

Total  352 563  352 755  373 826  363 592  375 729

Es gibt es also tasächlich, das Wachstum. Und mit 50% von 2020 bis 2024 erscheint es sogar rieseg. Der Marktanteil iat aber lediglich von 1.5% auf 2.2% gewachsen. Es gibt alsoe einen Trend, aber der Vertrauensintervall liegt bei etwa 4%.

Die Statistik weist für 2021 einen Anteil von 20% der Haushalte aus, welche ein E-Bike bestiten, wobei 25er zu 45er im Verhältnis 6:1 stehen.

Fazit: Selbst wer bereits ein E-Bike hat, verwendet es nur selten zum Pendeln. Das kann daren liegen, dass eine beachtlicher Teil E-MTB sind.

[font=Verdana]Der Elefant im Raum ist: Weshalb ist der Marktanteil gut 20 Jahre nach den ersten 45ern noch immer so gering?[/font]

Link zur Pendlerstatistik
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#2
(29.01.2026, 23:06)bluecat schrieb: Ausgerechnet jene, welche wir, die mit grossem (finanziellen) Engagement das umweltfreundliche 45er E-Bike nutzen, eigentlich als unsere natürlichen Verbündeten ansehen, sind unsere Gegner. Anfangs wollte ich das auch nicht wahrhaben - aber ich bin seit 2009 mit dem Stromer (und davor mit dem Velo) in einer Stadt unterwegs, in welcher seit langem die erwähnten Gruppen das Sagen haben.

An was machst du die "Gegnerschaft" der Grünen fest? 

Zitat:[font=Courier New]Eingesetzte Verkehrsmittel:
E-Bike:                               2%[/font]
Velo:                                 7%

Das wundert mich. Meine Wahrnehmung ist, dass auf der Strasse viele mit E unterwegs. Das beziehet sich aber auf die von mir gefahrenen Strecken welche meist Überland gehen, wo immer noch recht wenig "Pendler" unterwegs sind. Die grosse Zahl der Velobenutzer vermute ich in der Kurzstreckenmobilität, also z.B. Schülerinnen, Schüler, Einkaufen im Dorf etc.  

Berufsoptimisten sehen in 2% Marktanteil ein Wachstumspotential. Ab 2020 wurde die E-Bike separat gezählt:

                   2020     2021     2022     2023     2024
Velo   245 989  242 509  248 111  235 278  240 644
Töffli  54 043   52 968   56 105   54 210   55 640
E-Bike  52 531   57 278   69 610   74 103   79 446

Total  352 563  352 755  373 826  363 592  375 729

Die Veloinfrastruktur ist immer noch weitgehend mau. Speziell "Fast Lanes", die es S-Pedelecs ermöglichen würden wirklich "Gas" zu geben, fehlen weitgehend. Das mag einer der Gründe sein wieso diese Form der Mobilität immer noch sehr zurückhaltend genutzt wird. 
   

Zwar bemerke ich seit Inkrafttreten des neuen Velogesetzes am 1.1.2023 eine immer bessere Ausschilderung von Velowegen aber bezüglich Wegführung sind diese grösstenteils immer noch auf den "alten Pfaden" unterwegs. 

Zitat:Es gibt es also tasächlich, das Wachstum. Und mit 50% von 2020 bis 2024 erscheint es sogar rieseg. Der Marktanteil iat aber lediglich von 1.5% auf 2.2% gewachsen. Es gibt alsoe einen Trend, aber der Vertrauensintervall liegt bei etwa 4%.

Der Trend von weniger Biobikes und mehr E ist klar aber eher langsam: Die aufgerufenen Preise für S-Pedlecs sind wohl ein Grund für den in dieser Gruppe wiederum kleinen Anteil. Sie liegen wohl für viele ausserhalb der Nutzungreichweite. Für den Nahverkehr nutzen die meisten E-ler das E-Bike im Sinne der volkstümlichen Definition, also bis 25 km/h. Selbst in den starken Märkten Belgien und Niederlande sinken die Verkäufe von S-Pedelecs. 

Zitat:Fazit: Selbst wer bereits ein E-Bike hat, verwendet es nur selten zum Pendeln. Das kann daren liegen, dass eine beachtlicher Teil E-MTB sind.

Sicher, viele Hobby-E's sind E-MTB's, der Rest eben die Alltagsanwender die ihre E-Bikes tenendziell in der näheren Umgebung nutzen, vielleicht mal für ein "Tüürli" am Wochenende. Auf meiner täglichen Pendelstrecke von 40km habe ich nur selten Penlder mit äquivalenten Bikes gesehen. Auch heute, wenn ich Ausflüge mache, sind S-Peds eine eher seltene Spezie.

Zitat:Der Elefant im Raum ist: Weshalb ist der Marktanteil gut 20 Jahre nach den ersten 45ern noch immer so gering?

Preis, Infrastruktur, Bequemlichkeit...
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#3
(30.01.2026, 23:04)ST2-jsg schrieb: An was machst du die "Gegnerschaft" der Grünen fest?

Dein Bild zeigt die Mühlebachstrasse in Zürich...


... und es illustriert trefflich, dass die Vorstellungen von Langsamverkehr, wie sie in Links/Grünen Kreisen gepflegt werden, mit einem 45km/h schnellen Stromer nicht kompatibel sind:

Es ist eine Tempo 30 Zone mit Fahrbahnschwellen!

Eine derartige Velovorzugs- oder Veloexpressroute ist für ein 45er untauglich. Das Bild der Engelgasse in Basel macht die Problematik deutlich: Die Velostrasse ist auf maximale Behinderung des Autoverkehrs ausgelegt. Dazu wurde nicht nur Tempo 30 Signalsiert sondern die Parkfelder auch versetzt angeordnet.

Das macht das flüssige Kreuzen von Autos unmöglich. Der Effekt ist, dass die Autos gezwungen sind, vor der Engstelle anzuhalten - und der Stromer steht dahinter und kann nicht vorbei! So dauert das Durchfahren der Engelgasse ein vielfaches der Zeit wie auf der parallel verlaufenden Hardstrasse.

Der wesentliche Vorteil des 45km/h E-Bike besteht darin, dass der Zeitverbrauch für die Pendlerstrecke nicht wie bei der Nutzung eines 25ers ins untragbare steigt. Ohne diesen Vorteil wird der finanzielle Mehraufwand zum Luxusgut.

Was als Mobbing gegen Autofahrer gedacht war, entpuppt sich als Anti-45er Massnahme. Und da es sich hier um Gemeindestrassen handelt, obligt die Signalisationshoheit der Stadt Basel resp. Zürich.


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#4
Ohne die genannte Strasse vor Ort zu kennen, ein paar Gedanken zu Velostrassen/-Vorzugsrouten / Tempo 30 / 45er eBikes:

- Innerhalb einer Stadt, mit beschränktem Platz und vielfältiger Nutzung, macht für mich eine Priorisierung von Sicherheit vor Geschwindigkeit Sinn.
- Ich bin selbst entspannter, wenn ich in der Stadt maximal 30 km/h fahre mit dem 45er.
- Ich sehe leider genügend Beispiele wo der Tempounterschied von (teils rücksichtlosen, aber nicht nur) 45er gegenüber langsameren Teilnehmern gefährliche Situationen verursacht - vermutlich leider ab und zu auch durch mich.
- Der Rückstau durch Autos in der Velostrasse ist natürlich sehr ärgerlich - könnte mir vorstellen, links-grün hätte dort auch lieber eine Totalsperrung für die Autos und/oder alle Parkplätze aufgehoben..  Wink
- Strassen mit geteilter Nutzung sind fast immer ein Kompromiss, der nicht für alle Teilnehmer aufgehen kann - Regelung zum Wohle der Sicherheit scheint mir sinnvoll.
- Ideal wären natürlich "richtige Velo-Schnellstrassen", mit genügend Platz für schnellere und langsamere Zweiräder.
- Oder halt gegenseitige Rücksichtnahme statt Regeln, aber das scheint nicht zu funktionieren, ungeachtet der Verkehrsmittel.
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#5
(31.01.2026, 22:48)nick.fisher schrieb: - Innerhalb einer Stadt, mit beschränktem Platz und vielfältiger Nutzung, macht für mich eine Priorisierung von Sicherheit vor Geschwindigkeit Sinn.

Gut, dass der Bund die Unfallkarte seit 2011 à Jour hält. Die Engelgasse war ja nicht immer ein
Hindernisparcours sondern früher eine ganz normale Quartierstrasse an zwei Oberstufenschulen vorbei.

Betrachten wir nur die Velounfälle in der Engelgasse:

Die meisten sind Selbstunfälle gefolgt von Kollisionen aufgrund Fahrfehlern, allesamt mit Leichtverletzten. Lediglichen einen Unfall mit einem Schwerverletzten gibt es zu beklagen.

Das Unfallgeschen ist über die Jahre gesehen unauffällig und gering. Eine zwingende Not, Hindernisse und Tempolimit einzuführen kann ich nicht erkennen.

Der Bus, der da frontal auf mich zuhält und ich deshalb hinter den Volvo flüchten musste, war nicht in der Engelgasse unterwegs. Aber dort ist auch eine Buslinie und das gefährliche Manöver des BVB Chauffeurs ist dort auch wohlbekannt.

Der Chauffeur muss wegen den versetzt angeordneten Parkplätzen Schlangenlinien fahren - und wer darin keine Übung hat, gerät schnell auf die Gegenseite. Kommt hinzu, dass der ÖV "den Fahrplan einhalten" muss, bremsen und Vortritt gewähren daher keine Option ist.

Die Engelgasse ist ein von mir willkürlich gewähltes Beispiel, wie Anti-Auto-Mobbing zu Anti-Velo/Stromer wird. Ich sehe darin eine wesentlichen Grund, weshalb die viele E-Bike NICHT zum Pendeln genutzt werden: Die Verkehrsführung ist abschreckend.


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