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Ohne Nummernschild fahren : Risiko ?
#31
Darf ich fragen/vermuten, Du bist Schweizer/in der Schweiz unterwegs?
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#32
In Deutschland gilt die Fahrzeug-Zulassungsverordnung:
Kraftfahrzeuge nach § 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe d bis f dürfen auf öffentlichen Straßen nur in Betrieb gesetzt werden, wenn sie zudem ein gültiges Versicherungskennzeichen nach § 26 (Versicherungskennzeichen) führen.

Bußgelder in Deutschland:
Tatbestand 176: Das vorgeschriebene Kennzeichen an einem von der Zulassungspflicht ausgenommenen Fahrzeug nicht geführt: 40,-€
Tatbestand 179: Ein Fahrzeug in Betrieb gesetzt, dessen Kennzeichen nicht wie vorgeschrieben ausgestaltet oder angebracht ist; ausgenommen ist das Fehlen des vorgeschriebenen Kennzeichens: 10,-€

Das bedeutet: Kennzeichen im Rucksack: 40,-€ Strafe, Kennzeichen falsch angeschraubt: 10,-€ Strafe.

Dagegen ist das "tunen" eines auf 25 km/h begrenzten Pedelecs eine Straftat:
Wer sein Pedelec schneller macht, muss mit denselben rechtlichen Folgen rechnen, wie jemand, der einen Motorroller „frisiert“. Dazu zählt z.B. die Straftat „Fahren ohne Versicherungsschutz“, die mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet wird. Versicherungsansprüche sind mit einem getunten E-Bike in der Regel nicht gedeckt. Selbst bei unverschuldeten Unfällen können so sämtliche Ersatzansprüche erlöschen.
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#33
Oh ihr glücklichen Deutsche!

An meinem Wagen muss ich den vorderen Nummernhalter wechseln, da mir jemand dagegen gefahren ist und das Teil am auseinanderfallen war.

Eine Schraube liess sich lösen, bei der anderen dreht die Aluminiumhülse in der Plastikstoss-Stange. Den Plastikhalter konnte ich „ausbrechen“ und das vordere Kennzeichen vorübergehend hinter die Windschutzscheibe klemmen, da ich den Wagen nur selten fahre. Nächstens muss dieser zur Wartung, soll sich der Mechaniker darum kümmern.

Vorgestern fuhr meine Frau damit in eine Kontrolle. Zum Glück sind unsere Polizisten pragmatisch, denn er liess sich vom „Problem“ überzeugen. Allerdings nicht ohne die Bemerkung fallen zu lassen, dass dies CHF 140.- (ca. 110 €) kosten würde.

Nun bin ich etwas unsicher, was mir besser gefällt. Pragmatische Polizisten mit teurem Bussenkatalog oder sture Beamte mit billigen Bussen.

Grüsse, CCRider
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#34
Liggi, nochmal zu Deiner Frage, warum man ohne Kennzeichen fährt: Für die Schweiz wo ein S scheinbar immer noch die gleichen Weg wie ein Rad ohnen Motor benutzen darf, kann ich es Dir nicht sagen. Hier in D ist es aber leider so, dass ein S einen Moped/Mokick gleichgestellt ist und inwzischen offiziell nur noch auf der Straße fahren darf (was wenig praktikabel ist und woran sich die wenigsten halten). Gleichzeitig ist die Akzeptanz auf der Straße auch mit Kennzeichen und auch bei Tempo 48 gleich Null, 99,9% aller Autofahrer hier sehen in einem auch dann immer noch ein Fahrrad, dass auf der Straße nichts verloren hat und viele verhalten sich dementsprechend rücksichtlos (S haben auch nur eine Marktanteil unter allen Pedelecs von 1-2%, ihr Tempo und ihre rechtliche Einorndung kennt kein Autofahrer, der nicht selbst eins fährt). Sprich das Fahren mit Kennzeichen am Rad hat in der Fahrpraxis hier Null Vorteile, außer dass man kein Bußgeld zahlen muss.
Umgekehrt empfinden viele beim Radfahren mit S auf "illegalen" Wegen nur für Radfahrer oder in Feld/Wald das Kennzeichen als negativ, dass sich Radfahrer oder Fußgänger daran stören und einen auf die Straße wünschen, auch wenn man genauso schnell bzw. langsam und rücksichtsvoll an Ihnen vorbeifährt wie mit einem 25er Pedelec oder einem Rad ohne Motor. Da fühlt man sich mancher ohne Kennzeichen am Rad entspannter.
Offen ist, wie sich das Kennzeichen nur im Rucksack bei einem Unfall auswirkt, ob einem das als Vorsatz ausgelegt wird und dann vielleicht mit erhöhter Teilschuld.
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#35
Haben denn die, die von uns ohne Kennzeichen auf Radwegen rumdüsen die Alternative (mit Kennzeichen auf der Straße) mal ausprobiert?

Ich für meinen Teil bin auf der Straße 15 Minuten früher am Ziel (knapp 25km)... Weil die Durchschnittsgeschwindigkeit halt wesentlich höher ist... Nötig ist dafür allerdings (natürlich) eine freie Straße - die ich zum Glück meist habe...

Also ich düse inkl. Kennzeichen auf der Straße durch Hamburg... Und die Zahl der Autofahrer die sich wirklich daneben benehmen ist (finde ich) genauso hoch, wie wenn ich mit dem normalen Rad auf den Radwegen unterwegs bin...
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#36
Ich habe es ein paar Wochen mit versucht, was das Verhalten der Autofahrer auf der Straße in keinerlei Weise verändert hat, weder besser noch schlechter.
Meine Strecke wäre aber auch in keiner Weise anders, egal ob mit oder ohne Kennzeichen, die Strecke wähle ich nach Sicherheit (für mich und andere), Zeit/Länge und Belag. Ich mag weder mit noch ohne Kennzeichen 2km Umweg auf einer verkehrsreichen Hauptstraße fahren, wenn es stattdessen auch einen nur 100m langen menschenleeren Durchgang für Radfahrer und Fußgänger gibt, noch auf einer verkehrsreichen schmalen Landstraße ohne Seitenstreifen, wenn es daneben einen breiten fast leeren Radweg gibt. Auch die Autofahrer würden mir an dieser Stelle was husten bzw. hupen, egal ob mit oder ohne Kennzeichen.
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#37
(10.07.2018, 12:33)MichaR schrieb: Also ich düse inkl. Kennzeichen auf der Straße durch Hamburg... Und die Zahl der Autofahrer die sich wirklich daneben benehmen ist (finde ich) genauso hoch, wie wenn ich mit dem normalen Rad auf den Radwegen unterwegs bin...

Kann ich grundsätzlich so bestätigen.
Ich düse in Berlin rum.
Zu Anfang hatte ich häufiger Konfliktsituationen mit Auto-/LKW-Fahrern, jedoch hat sich das mit der Erfahrung deutlich vermindert.
Den letzten "Huper" hatte ich im Januar oder Februar.
Naja, dann hupt man eben zurück.
Man muss sich (selbst) allerdings erst mal vollständig von dem Gedanken befreien, dass man ein Fahrrad fährt, denn sonst fährt man dementsprechend und wird auch als Radfahrer einsortiert.
Auch sollte man dafür sorgen, dass auch visuell so wenig wie möglich noch an ein Fahrrad erinnert.
Sprich:
Kennzeichenhalter mit breitem Rand, entsprechende nicht-Fahrrad-artige Beleuchtung inkl. Bremslicht (Danke an Supernova) und vor allem keinen Fahrradhelm, sondern einen (möglichst weißen) Mopedhelm - vorzugsweise Cratoni Vigor - tragen.
Letzteres scheint mit Abstand den größten Unterschied zu machen.
Der Straßenverkehr funktioniert durch das fortlaufende Einschätzen und Abschätzen von Fahrzeugen und Situationen in Sekundenschnelle und oft "aus dem Augenwinkel" heraus.
Umso wichtiger sind die optischen Aspekte, um die entsprechenden Assoziationen hervorzurufen.
Wer wie ein Radfahrer aussieht und sich wie einer benimmt, der wird auch zwangsläufig so wahrgenommen und (leider) behandelt.
Ich hatte zu Anfang auch einige böse Situationen, die aber letztlich aus Anfängerfehlern meinerseits resultierten.
Hauptsächlich zu nennen ist das Fahren und Halten (v.a. an der Ampel) zu weit rechts.
Aber man ist ja lernfähig und inzwischen ist es erheblich entspannter geworden.
Man kann größtenteils sogar von Spaß reden.
Viel hab ich mir bei den Rollerfahrern abgeschaut, deren Kisten genauso langsam oder oft noch langsamer fahren, als ein Stromer.
Die überleben das schließlich auch.
Und:
Man entgeht auf der Fahrbahn den Radfahrern.
Die sorgen auf den Radwegen in jedem Fall für mehr Ärger und Gefahren, als die Autofahrer auf der Straße.

Was man dazusagen muss:
Ich fahre fast ausschließlich innerorts.
Außerorts würden mich allerdings weder 10 Pferde noch 10 Paragrafen auf die Straße bringen, wenn daneben ein Radweg verläuft.
Das kann man direkt als akute suizidale Handlung betrachten, was die Einweisung in eine ensprechende Klinik rechtfertigt.
Da bezahle ich dann im Zweifelsfall auch gerne die "Lebenserhaltungsabgabe" i.H.v. EUR 15,-.
Eine Beerdigung ist wesentlich teurer.


VG,
Alex
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#38
Hmm, so konsequent hab ich das noch nicht gesehen bzw. probiert, vielleicht hast Du recht und es wäre so auf der Straße erträglicher.
Das wäre aber leider mit allem dieser Ausstattung, Helm usw. und mit Fahrweise&Wegen zu 100% korrekt, kein Vormogeln mehr an der Ampel, keine Waldwege usw., für mich das Ende des Radfahrens, dann würde ich persönlich kein S fahren, sondern Motorroller oder Auto und ich glaube ich bin da nicht allein.

>Man entgeht auf der Fahrbahn den Radfahrern. Die sorgen auf den Radwegen in jedem Fall für mehr Ärger und Gefahren, als die Autofahrer auf der Straße.

Kann ich nach 40.000km mit dem S ins Büro auf meiner Strecke mir über der Hälfte auf Rad-/Waldwegen nicht bestätigen bzw. nachvollziehen. Mit den wenigen, die ich da werktags treffe, war bisher alles gut/nicht eine kritische Situation (sähe am 1. Mai mittags um 12 sicher anders aus...). Ganz anders bei mir mit Autos, die beim Abbiegen oder bei beim Reinfahren oder verlassen von Ein-/Ausfahrten nicht schauen, mir die Vorfahrt nehmen oder mich in der 30er Zone unbedingt überholen wollen.
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#39
[quote pid='17181' dateline='1531225321']
Morpheus schrieb:
...
Man muss sich (selbst) allerdings erst mal vollständig von dem Gedanken befreien, dass man ein Fahrrad fährt, denn sonst fährt man dementsprechend und wird auch als Radfahrer einsortiert.
...
Wer wie ein Radfahrer aussieht und sich wie einer benimmt, der wird auch zwangsläufig so wahrgenommen und (leider) behandelt.

VG,
Alex
[/quote]

Genau meine Meinung.
Seitdem ich nicht mehr am rechten Rand fahre, sondern mitten auf der rechten Fahrbahn hat die Drängelei und gelegentliches Hupen von Autofahrern aufgehört. Auch außerhalb der Stadt fahre ich in der Mitte der Fahrstreifens und die Autos überholen nur noch an übersichtlichen Stellen mit Sicherheitsabstand. Falls ich mal zu weit rechts fahre, wird wieder gefährlich dicht überholt.

An der Ampel fahre ich immer links an der wartenden Autoschlange vorbei und stelle mich mittig vor das erste Auto und warte auf grün: Bisher niemals Ärger gehabt.
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#40
Ich hab heute auf dem Rad nochmal ein wenig drüber gegrübelt… ;-)
Ich kann Eure Erfahrungen und Euren Optimismus nicht teilen, zumindest nicht für meine Region/Hessen. Ich fahre als Alltagsradler auch schon lange nicht mehr zu defensiv/zu weit rechts und versuche meinen Platz sichtbar zu “behaupten”. Das ist in erster Linie Selbstschutz bzw. mehr Platz und Reaktionszeit bei sich unerwartet öffnenden Autotüren, aufs Handy schauende Fußgängern, Kinder etc. und eine geringere Einladung in Köpfen/Unterbewusstsein der Autofahrer, mich mit zu wenig Abstand zu überholen. Sonst nichts, ich bemerke sonst keinerlei gestiegenen Respekt. Ist natürlich Jammern auf hohem Niveau, im Vergleich zu südlichen Ländern oder Kontinenten hab ich hier sicher immer noch ein Paradies. Aber von Gleichberechtigung und 100%-iger Anerkennung ist das noch weit weg und Licht, Spiegel; Helm und Kennzeichen verbessern da meiner Erfahrung nach wenig (ich falle vielleicht physikalisch etwas mehr auf, aber die Akzeptanz in den Köpfen erhöht das nicht).

Ein Beispiel wieder mal gerade heute, dass ich auf meinem Arbeitsweg fast jeden Tag erlebe: Vor einer Ampel geht es stark bergab, so dass ich selbst ohne treten schon mit 40-45 ankomme, selbst gemütliche Radler kommen da mit weit über 30 über die Ampel. Ich fahre in der Mitte der Fahrbahn, mit Licht, fettem buntem Helm, auffälliger Oberbekleidung in Leuchtfarben, bin groß und breit, ebenso das Rad und trotzdem wird meine Vorfahrt dort IMMER von den entgegenkommenden Linksabbiegern mit Füßen getreten und ich komme nur mit Fluchen, Winken und Bremsen durch bzw. der letzte PKW in der Reihe hält dann widerwillig zur Hälfte schon in meiner Fahrbahn, nachdem vor ihm schon zwei PKW meine Vorfahrt ignoriert haben/eindeutig hätten warten müssen.
Ich wüsste nicht, was ich an dieser Stelle noch tun könnte, außer selbst in ein Auto steigen. Dazu kommen ALLE Radfahrer an dieser Stelle sehr schnell an und kaum langsamer als ich und die Autofahrer regelmäßig im Berufsverkehr kennen diese Stelle, so dass die meisten Linksabbieger mit schnellen Radlern an dieser Stelle rechnen müssten. Tun sie aber nicht bzw. es juckt 90% nicht.

Aber davon unabhängig, ich finde Eure Anpassungsfähigkeit beachtlich und respektiere sie. Aber ich halte die Regeln für S in D für absolut falsch und für eine Perversion des Radfahrens. Dem tollen Fortbewegungsmittel Fahrrad werden so die meisten seiner vielen Vorzüge genommen und vermutlich nur weil ein paar Bürokratenschädel selbst kaum bzw. niemals im Alltag Radfahren. Man bekommt etliche Nachteile des motorisierten Straßenverkehrs und des Fahrens auf der Straße aufgedrückt und wird aller Freiheiten und Unabhängigkeiten und fast aller Vorteile des normalen Fahrrades beraubt und verstopft mit einem weiteren Fahrzeug die bereits überlasteten Straßen. Vom Fahren eines Mopeds/Mokicks unterscheidet sich das dann nur noch dadurch, dass man sich mehr bewegt, aber im Berufsverkehr oft in schlechter Luft und wenig einladender oder gar gefährlicher Umgebung und bei viel schlechterer Technik als ein Zweirad mit Verbrenner (Licht, Fahrwerk, Bremsen, Tempo, etc.). Das ist für mich extrem sinnfrei, da würde ich es vorziehen, ohne Pedalen und dafür schneller anzukommen und die gewonnen Zeit mit Joggen oder Wandern zu verbringen.
Ampopo Joggen, ebenso sinnvoll wäre ein Verbot von Joggen im Freien bzw. nur noch im Schutzanzug zu erlauben, wegen Ozon, Hautkrebs, Zecken, Eichenprozessionsspinner usw. und man darf nur noch indoor aufs Laufband.
Dass die S-Einstufung in D weltfremd ist und S nicht gefährlicher als andere muskelbetriebene schnelle Zweiräder, zeigen andere Länder, Rennräder, Liegeräder, schnelle Velomobile usw.
Dass ich mich mit dem S nicht sklavisch an diese Regeln halte, ist daher denke ich nicht nicht nur Faulheit/Rücksichtslosigkeit/Egoismus/Ungeduld (ein bißchen von allem sicher…), sondern wenn ich so drüber nachdenke auch eine ordentliche Portion ziviler Ungehorsam, den ich bei dieser deutschen Posse für richtig und wichtig halte.
Aber ich zwinge niemanden, es auch so machen und respektiere alle S-Fahrer, die sich konsequent an die jetzigen Regeln halten!
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