29.03.2023, 22:52
(26.03.2023, 23:14)ST2-jsg schrieb: DJI, der Drohnenhersteller, hat z.B. bei seinen Akkus eine Entladeautomatik eingebaut, die den Akku bei Nichtgebrauch nach ein paar Tagen auf etwa 60% SoC entlädt.
Schon länger frage ich mich, woher die Ängste bezüglich der AUC beim CV-Ladeabschnitt stammen.
Angenommen, der für den Akku alterungsrelevante Anteil liegt im Fahrbetrieb bei 75% und beim Ladevorgang bei 25%. Dann bleibt für den gefüchteten Abschnitt noch 5% Relevanz übrig. Ob das Weglassen dieser 5% mehr als eine gefühlte Verlängerung des Akkulebens bringen?
Im RC Sektor werden meist LiPO Akku verwendet. Obwohl darin ebenfalls Lithium-Ionen wandern - die Ameisenstrasse grüsst - ist dies die einzige Gemeinsamkeit mit dem LiIon Akku im Stromer.
Der Name LiPolymer kommt daher, dass der Weg der Ameisen nicht durch einen etwa flüssigen Elektrolyt führt sondern durch einen eher festen Polymer. Zudem sind die Pole nicht maximal weit voneinander entfernt sondern so nahe, wie es der vorhandene Platz für den Akku erfodert. Der Weg der Ameisen ist also deutlich kürzer.
Der Vorteil ist die höhere Energiedichte. Wäre der blaue Akku des ST5 ein LiPo, hätte er die Kapazität des ST7 Akku!
Aber er wäre noch teurer als der ST7 Akku und hätte dennoch eine kürzere Lebenserwartung, weil die Anzahl Ladezyklen geringer ist. Im RC Sektor wird die Lebenserwartung der Akku zusätzlich durch teils fragwürdige Lademethoden verringert. Es existeren sogar Ladegeräte, bei denen der Ladestrom freifliegend gewählt wird und am Ende des Ladens nur eine rote LED angeht.
Um die teuren Akku zu schonen, hat DJII relativ schwächliche Ladegeräte und bietert die erwähnte kontrollierte Selbstentladung. Das ist am Drohenakku sinnvoll, denn meist wird nicht täglich geflogen.
Allerdings ist es auch sinnvoll, die ganen Erfahrung mit den LiPo-Akku im RC Sektor dort zu belassen und nicht pauschal auf die LiIon-Akku zu übertragen.

