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Normale Version: Hinterrad- oder Mittelmotor?
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Der Mittelmotor dominiert bei E-Bikes den Markt. Dafür gibt es gute Gründe, trotzdem muss er nicht immer die beste Wahl sein. Auch ein Hinterradantrieb hat handfeste Vorteile. So der Untertitel in einem Artikel von Michael Restin von Galaxus.

Zwei Zitate von Daniel Wilden vom E-Bike-Hersteller Klever Mobility spiegeln dabei das Dilemma in diesem immer wieder rege und kontrovers diskutierten Thema. 

«Wenn du einen Mittelmotor mit 600 Watt hättest, dann bräuchtest du vermutlich alle 1000 Kilometer eine neue Kette und alle 2000 Kilometer eine neue Kassette» 

«Die Hinterradmotoren haben am Berg den Nachteil, dass sie über kein Getriebe verfügen, Mittelmotoren haben eines. Damit ist der Motor immer im optimalen Drehzahlbereich, um die maximale Leistung abzurufen.»

Aber lest selber...  Die Vorzüge des Hinterradantriebs am E-Bike
Danke für´s Teilen!
(12.04.2021, 13:24)ST2-jsg schrieb: [ -> ]Aber lest selber...  Die Vorzüge des Hinterradantriebs am E-Bike

Ja, unbedingt!

Denn der unfreiwillige Humor kommt schon am Ende des ersten Abschnitts:

Zitat:Schlussendlich zählt für den Vortrieb nicht die Wattzahl des Motors, sondern das Drehmoment. Besonders bei niedriger Trittfrequenz.

Nun, wie wir alle wissen, ist die Trittfrequenz dem Stromer-Motor wirklich recht egal. Die Trittfrequenz ist ein typisches Problem der Tretmühlen, deren Motoren direkt daran gekoppelt sind.

Mit dem Drehmoment ist es auch so eine Sache. Davon kommt bei einer Tretmühle bei 45km/h nicht viel am Hinterrad an. Dazu gibt es sogar eine Formel, die ich dummerweise falsch aufsetzte, aber @Cephalotus hatte mich dann korrigert. Nun muss ich nur noch den Beitrag dazu finden...
Dass man mit wattstarken Nabenmotoren gemässigte Anstiege trotz fehlendem Getriebe deutlich schneller fahren kann als mit den üblichen Mittelmotoren.. Kommt auch nicht vor. Zumal das doch auf die allermeisten Fahrer*Innen zutrifft, denke ich.
Es fällt auf, dass der Anteil der e-velos in den letzten Jahren massiv zugenommen hat, würde schon sagen, dass die e-bikes anzahlmässig die normalen Velos überflügelt haben, wenn man mal von einem SBB-Veloparkplatz absieht. Und geschätzte 95% haben für ihren Verwendungszweck den falschen Motor, einen Mittelmotor. Die eierlegende Wollmilschsau gibt es auch da nicht, Stromer hat das ja schon früh eingesehen und sich auf s-pedelecs- Strassenrenner fokussiert.
Es sind zwei unterschiedliche Welten, die sich nicht mit einem Produkt vereinen lassen: Für die Teerstrasse den getriebelosen, geräuschlosen, sehr effizienten Heckmotor mit Rekuperation, kombiniert mit Strassenpneus, optimiert auf hohe Geschwindigkeit und Reichweite. Fürs steile Gelände den Mittelmotor mit viel Drehmoment, niedriger Raddrehzahl bzw tiefe Geschwindigkeit, Motorgewicht in der Fahrradmitte.

Ich fahre seit 4 Jahren eine Stromer ST1, modifiziert (siehe youtube.com/watch?v=YZCCNKzRgcU, ohne heatprobleme am Berg), und es macht Spass, absolut geräuschlos die Tretmühlen zu überholen. Das Zuhause ist die Teerstrasse, manchmal Wald-/ Militärstrassen aber nicht allzu steil.
Seit einem halben Jahr habe ich auch ein e-mtb mit Mittelmotor, und es macht unheimlich Spass steile Wanderwege im "up-hill flow" raufzufliegen, Absätze/Wurzeln auch aufwärts mit leichtem Hinterrad zu überwinden. Ganz neue Wege können entdeckt werden, die mit einem normalen bike "schieben" bedeuten und mit einem Stromer nicht zu befahren sind, dann auch abwärts und Jumps, nur mit Vollfederung und absenkbarer Sattelstütze möglich.
Am Besten beides, aus beiden Welten (muss ja nicht gleichzeitig sein, um das Budget zu schonen :-)
Die haben schon Recht mit dem Drehmoment.
Aber es kommt eben nicht auf das maximale Drehmoment an, das der Motor unter günstigen Bedingungen (=sehr langsame Fahrt bei einer Tretmühle) liefern kann, sondern auf das Drehmoment, das bei einer bestimmten Geschwindigkeit tatsächlich an der Hinterradnabe ankommt.

Beim verbreiteten Bosch Motor mit 250 W kann bereits ab weniger als 10 km/h aus physikalischen Gründen nicht mehr das maximale Motorendrehmoment an der Hinterradnabe anliegen, weil eben die Leistung der limitierende Faktor ist. Diese Tatsache wird in den Tretmühlenmotorenwerbetexten natürlich gerne verschwiegen. Ich hatte mal entsprechende Diagramme erstellt und im Formum gepostet, die für verschiedene E-Bikes unter anderem diese "Grenzgeschwindigkeit" darlegen. Bei den Stromern liegt diese Geschwindigkeit je nach Modell bei etwas über 25 km/h.
(15.04.2021, 14:08)Xeneticles schrieb: [ -> ]Ich hatte mal entsprechende Diagramme erstellt und im Formum gepostet, die für verschiedene E-Bikes unter anderem diese "Grenzgeschwindigkeit" darlegen. Bei den Stromern liegt diese Geschwindigkeit je nach Modell bei etwas über 25 km/h.

Kannst Du die hier nochmal posten? Das wäre sehr cool. Hast Du das selbst berechnet?
Ein Elektromotor hat bei Drehzahl 0 das grösste Drehmoment, kommt dann noch auf die genaue Position zwischen Dauermagneten und stromdurchflossenen Spulen an, und nimmt mit zunehmender Drehzahl ab bis auf 0.
Drehmoment dient nur zum Beschleunigen, das Drehmoment produziert eine Vorwärts auf die Hinterachse in Fahrtrichtung, und je grösser diese Kraft F ist, umso grösser die Beschleunigung a, nach Newton F = m * a oder  a = F / m, mit m = Masse des Velofahrers + Bike

Um bei gleicher Geschwindigkeit (ohne Beschleunigung) eine Steigung schneller hochzufahren, zb mit 45 km/h statt 20 km/h, brauchts mehr Leistung (Watt) vom Motor (oder vom Pedaleur)

e-mtbs haben durch die 12?-Gang Schaltung ein viel höheres Drehmoment am Hinterrad, sprich höhere Vorwärtskraft auf die Hinterachse, als ein getriebeloser Direktantrieb.
(17.04.2021, 11:28)Stromi3 schrieb: [ -> ]Suchbegriff “Tabelle”

https://www.stromerforum.ch/showthread.p...ht=Tabelle

Ja, das ist der Link, den ich neulich auch verloren hatte. Lesenswert auch der Abschnitt zu meiner Kalkulation.


Das erklärt, weshalb in der Alltagspraxis ein Stromer jegliche Tretmühlen hinter sich lässt, selbst auf Landstrassensteigungen.

(17.04.2021, 11:03)Res_17 schrieb: [ -> ]Um bei gleicher Geschwindigkeit (ohne Beschleunigung) eine Steigung schneller hochzufahren, zb mit 45 km/h statt 20 km/h, brauchts mehr Leistung (Watt) vom Motor (oder vom Pedaleur)

e-mtbs haben durch die 12?-Gang Schaltung ein viel höheres Drehmoment am Hinterrad, sprich höhere Vorwärtskraft auf die Hinterachse, als ein getriebeloser Direktantrieb.

a) Diese Mehrleistung hat als Nebenprodukt auch ein höheres Drehmoment zur Folge, welches, wie Du sagst, aber bei gleichbleibender Geschwindigkeit eine untergeordnete Rolle spielt.


b) Aber doch nur in der Untersetzung bis hoch zum direkten Gang, ist die Drehzahl am hinterrad grösser als an der Kurbel, muss das Drehmoment abnehmen, da die Lesitung ja konstant ist.